AK Ökonomie Esslingen

 

 

01.03.2017 Kommunales Kino Esslingen

19.00 Uhr  Europa - Ein Kontinent als Beute  "Andere Filme anders zeigen" lautet das Credo der Kommunalen Kinos seit jeher. Auch wir pflegen diese Tradition und bieten Ihnen auch jenseits unserer Festivals regelmäßig Vorführungen mit "Mehrwert" an. Am 01.03.2017 um 19:00 Uhr mit dem Film Europa - Ein Kontinent als Beute!

 

Deutschland 2016
78 Minuten | FSK 6
deutsche Originalfassung mit untertitelten Passagen

Filmgespräch mit Regisseur Christoph Schuch im Anschluss an die Vorstellung | Moderation: Emanuel Gebauer, Katholische Erwachsenenbildung im Landkreis Esslingen | in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Ökonomie Esslingen (attac Esslingen, Caritas Fils-Neckar-Alb, DGB, Evang. Bildungswerk, Evang. Kirchenbezirk Esslingen, Heimstatt, Kath. Erwachsenenbildung, Kreisdiakonie, Kulturzentrum Dieselstraße, vhs Esslingen)
Christoph Schuch und Reiner Krausz begeben sich auf die Suche nach dem, was Europa zusammenhält – oder viel eher dem, was zurzeit an der politischen Einheit des alten Kontinents zerrt. Damit begibt sich ihre Dokumentation auf brandaktuelles Terrain: Viele europäische Staaten erleben im Zuge eines Rechtsrucks das Aufkommen anti-europäischer Strömungen, angeheizt von populistischen Bürgerinitiativen und Parteien. Auf der Suche nach den Ursachen extremer Gesinnungen wie Rassismus und Nationalismus, beleuchten die Filmemacher die Finanzkrise 2007 als möglichen Beginn der heutigen gesellschaftlichen Zerrissenheit. Ein Politiker, ein Historiker und ein Börsenmakler kommentieren die teilweise grotesken politischen Umstände. Dem gegenüber stellen die Filmemacher Interviews mit Aktivisten, die den Kampf um alternative Lebensentwürfe, Gleichheit und Gerechtigkeit auf täglicher Basis ausfechten. Eine Reise ins EU-Parlament in Straßburg, die Finanzmetropole Frankfurt und nach Portugal und Spanien, wo die Wirtschaftskrise und im Zuge dessen Politikkrise mit am wirkungsvollsten zuschlugen, komplettieren die facettenreiche Bestandsaufnahme.

R,B+K: Christoph Schuch, Reiner Krausz 

weiter Infos über das Kommunales Kino Esslingen!

25.04.2017 - Reiches Deutschland - Arme Frauen

Chancegleichheit ein Traum?

Frauen sind zeitlebens stärker armutsgefährdet. Wir als Gesellschaft leisten uns viele Frauen außerhalb der Erwerbstätigkeit oder außerhalb der Sozialversicherung. Wir leisten uns Frauen als Kümmerinnen für alle- und als Dank lassen wir sie dann finanziell im Regen stehen. Das Thema Frauenarmut ist nicht neu und viel diskutiert- wie schaffen wir es aber endlich, gesellschaftlich und politisch ins Handeln zu kommen?
Referentin: Manuela Rukavina, Erste Vorsitzende des Landesfrauenrats Ba-Wü
Termin: Dienstag,  25.April  2017, 19:30 Uhr; Kulturzentrum Dieselstraße, Dieselstr. 26, Esslingen; Gebühr: 5,00 €, ermäßigt 2,00 €; Anmeldung: nicht erforderlich

Veranstaltungsrückblick

20.12.2016 - Bezahlbarer Wohnraum für alle! - Illusion oder Möglich?

Auch Menschen in Arbeit haben inzwischen große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der Bestand an Sozialwohnungen schrumpft dahin, ohne dass Besserung in Sicht wäre.
Wie aber können wir die Kurve kriegen? Was muss, was könnte geschehen, um dem Problem Herr zu werden?

Bericht zur Veranstaltung

Eine Reise durch die Fluchtursachen - 11. Oktober 2016

 Ein Bericht von Monika Bliesner

 Diese Aussage des Autors Jean Ziegler untermauerten Adalbert Kuhn, theologischer Psychologe und ehemaliger Leiter der katholischen Erwachsenenbildung mit ausgewählten Gedanken sowie Stephanie Biesolt, Schauspielerin der Württembergischen Landesbühne WLB Esslingen mit selbstentworfenen Szenen. Eine nachdenkliche Reise durch die Fluchtursachen, zu der der Arbeitskreis Ökonomie Esslingen in das Kulturzentrum Dieselstraße einlud.  

Die „kannibalistische Weltordnung“, Privilegien auf der einen, Entbehrungen und Hunger auf der anderen Seite: Voller Scham werde dies mit einem Mantel des Schweigens bedeckt, eine für vieledeutlich spürbarere Ohnmacht.  

Die „Unvernunft der Hungermacher“ (Ziegler) rückte Stefanie Biesolt ins Blickfeld. Als nach Gewinn und Wachstum strebender Investor in Drittländerverdeutlichte sie, wie bei dieser„Investition in die Zukunft“ hauptsächlich die Garantie der Auslandsinvestitionen und die Rückzahlung der Kredite im Mittelpunkt stehe.

 Wie Brandherde in Krisenregionen durch Waffengeschäfte geschürt werden, bestimmte die weitere Reise.  

Wer sind wir, und wer entscheidet über das, was wir sind? Mit dieser Frage gab Stefanie Biesolt den Flüchtlingen ein Gesicht: ihrer Lebensgrundlage als Minilandbesitzer oder Fischer beraubt, als Angehöriger einer verfolgten Minderheit, in Deutschland aufgewachsen und geduldet, von der Abschiebung bedroht, als jemand, der seine Familie nachholen will und auf den Deutschkurs wartet.  

Durch Ausbeutung von Menschen und Ressourcen käme der Hunger in die Welt, so Jean Ziegler. Es komme deshalb, so die von Adalbert Kuhn vorgetragene Schlussfolgerung, nicht darauf an, „ihnen mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen.“  

Hunger und die Menschenrechte könne man nicht dem freien Spiel des Marktes überlassen. Für den freien Bürger, die „repressive Toleranz“, die zulässt, dass 1 Mrd. Menschen keinen Zugang zu Nahrung haben, gäbe es keine Entschuldigung.  

Statt sich vor Flüchtlingen zu schützen, könne man Schutzbedürftigen helfen,nachhaltig wirtschaften, grenzenloses Wachstum eindämmen, fairen Handel und alternative Banken unterstützen, Rüstungsindustrie und den Waffenhandel in die Schranken weisen. Dies die in der anschließenden Diskussion aufgezeigten möglichen Wege, um von der Scham ins Handeln zu gelangen.    

Monika Bliesener