Berichte, Presseartikel, Manuskripte

Kurzportät von Markus Geiger

... aus dem Gemeindeblatt der Evangelischen Kirchengemeinde Oberensingen-Hardt Ausgabe 325, Juli-September 2017!

Hier geht's zum Kurzporträt!

Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl am 24.9.2017

Als Friedensteam des Kirchenbezirks Esslingen möchten wir alle Gemeindeglieder, denen die christliche Verantwortung für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung am Herzen liegt, freundlich ermuntern, sich auch bei der bevorstehenden Bundestagswahl dafür einzusetzen.
Angesichts der großen Verunsicherung durch die politischen Veränderungen in Europa und den USA besteht die Gefahr, dass auch bei uns im bevorstehenden Bundestagswahlkampf diejenigen den Ton angeben, die für scheinbar „einfache“ Lösungen eintreten, z.B. für mehr Sicherheit durch größere militärische Stärke (Aufrüstung/Abschreckung), für einen „gesunden“ nationalen Egois-mus, usw.
Darum wäre es gut, wenn im Prozess der öffentlichen Meinungsbildung vor der Wahl (z.B. bei Kan-didatenpodien, in Internet- und Leserbriefforen u.a.m.) auch die Positionen und Argumente der-jenigen laut würden, die ein neues Wettrüsten für unverantwortlich halten (und für ein sinnloses Vergeuden von Geld, Arbeitskraft, Intelligenz und Rohstoffen), die für die Stärkung ziviler Konflikt-bearbeitung eintreten und Deutschlands Verantwortung in der Welt eher darin sehen, nicht Krieg zu führen, sondern verlässlicher Vermittler bei den diplomatischen Bemühungen um Frieden zu sein, nicht Waffenexporteur, sondern Vorreiter bei der technischen Entwicklung weltweit hilfrei-cher Mittel zum Klimaschutz, nicht Investor-for-profit, sondern fairer Partner bei der nachhaltigen Bekämpfung der Armut in Afrika usw.
Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsverantwortung taugen durchaus als „Wahlprüfsteine“ 2017.
Darum: Wenn es Ihnen möglich ist, gehen Sie zu Wahlveranstaltungen und beteiligen Sie sich an der Diskussion. Wenn Sie mit dem Internet leben, schauen Sie in die entsprechenden Foren oder wenden Sie sich direkt an die Kandidierenden. Stellen sie Ihre Fragen, damit die Kandidatinnen und Kandidaten erfahren, was das „Wahlvolk“ bewegt und das „Wahlvolk“ die Antworten hört (oder liest) und (richtig) wählen kann.
Einige Beispiele für solche Fragen finden Sie hier!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und alle guten Wünsche, Ihr Friedensbeauftragter mit Team
Stefan Schwarzer

Kontakt: Stefan Schwarzer / stefan.schwarzerdontospamme@gowaway.elkw.de / 0711-316 76 33

Pfr. Stefan Schwarzer, Friedensbeauftragter des Ev. Kirchenbezirks Esslingen
Dr. Markus Geiger, Pfr. Christof Hermann, Jörg Schuberth, Gottfried Gienger, Friedensteam des Kirchenbezirks Esslingen

22.06.2017 Globalisierungskritische Gespräche auf den Fildern

Die Zukunft der Rente

"Die Zukunft der Rente" war Thema der Globalisierungskritischen Gespräche auf den Fildern. Martin Staiger, Dozent für Sozialrecht an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg und Publizist, entzauberte die Rentenmythen: dass es den Rentnern noch nie so gut ging wie heute; den Mythos der demographischen Katastrophe; die Mär, dass die Renten zu teuer werden und nicht von wenigen Jungen getragen werden können; die Behauptung, dass die private Vorsorge über Riester und andere viel bessere Renten sicherten. All das stimme nicht, sagte Staiger und belegte mit Statistiken, dass verglichen mit der Wirtschaftsleistung Deutschlands und dem damit steigenden Bruttosozialprodukt die Renten immer billiger würden. Es gebe durchaus gut abgesicherte Rentner, aber viele lebten bereit jetzt in Altersarmut und diese Schere öffne sich weiter. Laut Staiger könnten ordentliche Renten gut mitfinanziert werden, wenn die steigende Wertschöpfung über Steuern an der Finanzierung der Rente beteiligt werde. Dies sei ein Weg, die Rente zu sichern. In der Diskussion wurde deutlich, dass Solidarität und Gerechtigkeit die Grundlage der Rentenpolitik sein müsse. Wenn alle Bürger in die staatliche Rentenversicherung einbezogen werden, wie Beamte und dies durch eine solidarische Finanzierung über Steuern (also mit der Steuerbeteiligung aller) ergänzt wird, könnte die Rente gut finanziert werden und Armut vermieden werden. Ein Vorschlag aus dem Publikum war, Minirenten automatisch auf 12.000 Euro Jahresrente aufzustocken, wie in Österreich. Es brauche eine starke Zivilgesellschaft, die sich dafür engagiere, war das Fazit dieses Abends.

Text: A. Kuhn

17.06.2017 - Studientag: Abraham und Sara Pioniere des Glaubens

Abenteurer des Glaubens
Seminartag mit Yuval Lapide über Abraham und Sara

Ein Bericht von Winfried Roesner

Juden, Christen und Muslime haben eins gemeinsam, den Glauben an einen Gott. Dieser Monotheismus ist durch einen Mann in die Welt gekommen, der vor rund 4000 Jahren aus Ur in Chaldäa im heutigen Irak aufgebrochen ist, weil Gott ihm ohne Vorwarnung geboten hat: Geh für dich  in das Land, das ich dir zeigen werde! Über Abraham und Sara, Pioniere des Glaubens, fand im evangelischen Gemeindehaus Laterne in Esslingen ein Seminartag statt mit Rabbi Dr. Yuval Lapide als Referenten.

Wer dem jüdischen Brückenbauer Yuval Lapide zuhört, muss als erstes versuchen, das deutsche Denken von heute abzustreifen und sich in den alten Orient zu versetzen. In diese Welt führt nur ein einziges Tor: die hebräische Sprache. Weil Deutsch und Hebräisch für Yuval Lapide Muttersprachen sind, ist er der ideale Exeget. Unter seiner philologischen Anleitung haben rund 20 hochmotivierte Teilnehmer/innen die Abraham-Kapitel der Genesis (1. Buch Mose, Tora) erarbeitet. Für viele von ihnen mag sich das Bild Abrahams und Saras, aber auch von Hagar, Ismael, Isaak und nicht zuletzt das Bild des alttestamentarischen Gottes erheblich verändert haben.

Abram (erhabener Vater), wie er zunächst hieß, wohnte in einer Gegend voller Schafe, Ziegen und Götter. Plötzlich fordert ihn  e i n  Gott heraus. Verlasse das fade Gewohnte, lass dich auf Ungewohntes ein! Gottes Versprechen lautet: Du wirst ein Segen sein. Fünfmal! Segen heißt immer Reichtum an Nachkommenschaft und spiritueller Reichtum. Abram und Sara sind nüchterne Viehzüchter. Sie brauchen keinen brennenden Dornbusch, keine Himmelsleiter. Ein Wort dieses einzigen und einzigartigen Gottes genügt. Auch Lapide genügt oft ein Wort, um das Letzte aus jedem Buchstaben herauszuholen. Wenn das Wort Erde fällt, adama, hört der Jude mehr als wir. In adama steckt Adam; mit Adam begann die Schöpfung, also steckt in diesem einen Wort an Abraham die Verheißung einer neuen Schöpfung.
Abrahams Antwort auf Gottes Zutrauen ist ebenfalls bedingungsloses Vertrauen.

Sara ist einbezogen in die Verheißung Abrahams (Vater vieler Völker). Sie ist unfruchtbar, in der Bibel immer wieder Vorausetzung dafür zu zeigen, dass für Gott nichts unmöglich ist. Vor Sara aber wird ihre Magd Hagar an ihrer Stelle schwanger von Abraham. Das war damals üblich. Auch Hagar hat einen sprechenden Namen: Hagar heißt die Auswanderin. Sie kommt aus Ägypten. Als sie schwanger ist und ihre Herrin nicht, sieht sie auf Sara herab, verweigert den ihr schuldigen Respekt, ein grobes Fehlverhalten im Orient. Und bis zum Schluss wird Hagar blind bleiben, ihren Knaben Ismael vor lauter Selbstmitleid fast verdursten lassen, wenn nicht ein Engel ihr doch noch die Augen öffnete. Trotzdem gilt auch ihr, einer Frau und Ausländerin, die Verheißung großer Nachkommenschaft.

Das Dauerthema der Bibel: Wie gehen Juden mit Fremden um?, zieht sich bis in die Gegenwart. Hier jedoch ist der historisierende Erklärer Lapide dem brillanten Bibelkundler Lapide unterlegen. Hagars Unbelehrbarkeit und Ismaels eher schlichte Berufung auf die Araber in Geschichte und Gegenwart zu übertragen, ist eher unhistorisch und übersieht 500 Jahre Goldenes Zeitalter des Islam. Aber das wäre ein anderes Seminar wert.
Was aber, zurück zur Bibel,  Christen wie Juden zu tun bleibt, ist die Anerkennung der Schöpfung und der vorausschauenden Liebe Gottes. Wer das schafft und gemäß seines Vermögens an der Gestaltung der Erde mitarbeitet, dem ist Sein Segen sicher. Und das ist immer genau der, den der Mensch braucht.

 

 

Auch Wirtschaften ist unsere Kultur!

Aus einer Nürtinger Ansicht um 1800. Künstler: unbekannt Original: Stadtmuseum Nürtingen

Ein Beitrag aus Nürtingen – nicht nur zum Lutherjahr 2017

Auch Wirtschaften ist unsere Kultur!
Plädoyer für ein Weltkulturerbe Streuobstlandschaften Baden-Württembergs und Europas

Als Streuobstlandschaft wird hier jede Landschaft verstanden, in welcher Variationen des traditionellen Obstbaues mit überwiegend hochstämmigen Obstbäumen – eingebettet in gemischt agrikultureller Landnutzung sowie verbunden mit dem Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrszusammenhang – stadt/landschaftsbildprägend und kulturprägend wirken.
Ein UNESCO-Weltkulturerbeverfahren für europäische Streuobstlandschaften soll erfolgreich initiiert und abgeschlossen werden. Dieser Bildungsprozess bringt neue Einsichten und neuen Nutzen aus diesem gemeinsamen kulturellen Schatz.

Ansichten
Streuobstlandschaften  sind Zeugnisse einer traditionellen,  gemischten , agroforstlich geprägten Landbewirtschaftung Europas. Es sind Landschaften von hohem kulturgeschichtlichen, ökologischem, ökonomischem und sozialem Wert. Sie sind eine positive Option auf die Gestaltung der Stadt-Landentwicklung in diesen Regionen für die nächsten 50 bis 100 Jahre, da durch die Integration von solchen Landnutzungsarealen Übergangszonen geschaffen werden, welche in besonderer Weise sozial und ökologisch  hochwertig sind.

Wir sind der Überzeugung, daß die Variationen des traditionellen europäischen Streu- oder Hochstammobstbaues in ihren Umgebungen ein feines kulturelles Erbe darstellen. Sie haben Charme, Anziehungskraft und Wirkung weit über ihre Gebietsgrenzen hinaus. Diese vom traditionellen Obstbau geprägten Landschaften Deutschlands, Frankreichs, Österreichs, der Schweiz, der Slowakei, Rumäniens und weiteren Ländern Europas, stellen gemeinsam einen  universellen Schatz der Menschheit dar. Dieser Schatz der Menschheit  soll auf der UNESCO – Liste der Stätten des materiellen Kulturerbes und im Bewußtsein der Menschen einen beachteten  Platz neben anderen bedeutenden Landschaften der Welt finden! 

© Peter Scharfenberger

Weltkulturerbe ! Der außergewöhnliche, universelle Wert – echt, unversehrt und bedroht
Baden-Württembergische und europäische Streuobstlandschaften sind unserer Ansicht nach lebendige Kulturlandschaften von außergewöhnlichem, universellen Wert für die Menschheit.
Wir sehen für die Streuobstlandschaften als „organischer Kulturlandschaft“ insbesondere die UNESCO - Welterbekriterien V und X als zutreffend an.
Die Echtheit / Autentizität des baden-württembergischen Anteiles am europäischen Projekt ergibt sich aus der historisch durchgängigen gemischten, auf Nutzen und Einkommen  zielenden Bewirtschaftungstradition eines Großteiles der Flächen, der daraus erwachsenden, gewünschten Artentreue der Fauna/Flora-Leitarten sowie der erhaltenen Raumoffenheit der Areale. Die Unversehrtheit / Integrität des Kulturgutes besteht in  der weiterhin produktiven Rolle seiner materiellen und immateriellen Bestandteile, in der enormen biologischen Vielfalt der ausgewählten/ noch auszuwählenden Kern- und Pufferzonen und seiner wesenhaft dynamischen Einpassung in natürliche oder  siedlungs- und gewerbestrukturelle oder ökonomische Gegebenheiten bzw. Variablen sowie sich verändernden und doch immer kooperativen Sozialformen. 
„Echtheit“ und „Unversehrtheit“ sind in Ihrem Bestand gefährdet, so daß wir von einem bedrohten kulturlandschaftlichen Schatz der Menschheit sprechen müssen.

© Peter Scharfenberger

Notwendigkeiten
Das durchaus bedrängte, ja bedrohte Streuobstwesen Baden-Württembergs und Europas braucht eine weittragende Allianz aus Bürgern, Verbänden in der Gesellschaft, Verwaltungen  und Staaten, welche die Qualität versprechenden Feldobstbau-Gebiete zu  starken Land/Forst- und Gewerbewirtschaftsarealen mit kultureller Brillanz erneuert.
Die „große Draufsicht“ auf die Variationen der europäischen Streuobstlandschaften als gemeinsamem Kulturgut für europaweite Kooperation und ein grenzüberschreitendes Welkulturerbe-Verfahren ist auf internationaler Ebene vorzunehmen.
Eine geeignete, grenzübergreifend praktikable und gemeinsam vereinbarte Wissensarchitektur ist für kraftvolle Kooperationen und  zum gemeinsamen Weltkulturerbeverfahren notwendig.
Es soll ein Kooperations- und Projektkonzept erstellt werden, welches - einer „organischen Kulturlandschaft“ entsprechend - eine sozialökologisch dynamische, anpassungsfähige Entwicklung erleichtert und welches dem Geist der „Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit von 1972“ entspricht. Ebenso sollen beispielhafte Landschaften in Baden-Württemberg, Deutschland und in anderen Staaten bestimmt und beschrieben werden für ein System von Stätten des materiellen Weltkulturerbes Streuobstlandschaften Europas.
Traditionelle und Neue, verbesserte Formen der Bewirtschaftung, der Verwertung von Produkten und Bewertungen der vielfältigen Nutzensformen sind aus der kooperativen internationalen  Betrachtung zu entwickeln. Insbesondere Formen der Gemeinwohlwirtschaft / Allmende, des „fair trade“,  des genossenschaftlichen Wirtschaftens sowie kooperativer Individualwirtschaft sind zu nutzen. Ob sich aus dem Welterbeverfahren die Notwendigkeit zusätzlicher Schutzvorschriften ergibt, folgt aus der Schutzqualität der bestehenden gesetzlichen Regelungen in den beteiligten Staaten. Bei ausreichender Schutzqualität seither, sind solche zusätzlichen Regeln nicht zu erwarten.

 

 

© Peter Scharfenberger

Aussichten für das Land Baden-Württemberg und andere Staaten
Eine Zielführung auf „materielles Kulturerbe Streuobstwesen“ aufgrund der physischen Präsenz dieser Landschaften eröffnet das enorme materielle und gewerbliche Potenzial der Aufgabe.
Das UNESCO-Verfahren zur Anerkennung als Stätten materiellen, kulturlandschaftlichen Welterbes ist Ansporn zu großzügiger Anschauung, Fassung und Fortführung ( = Tradition ) des europäischen Kulturgutes „Streuobstlandschaften“. Es öffnet  einen hervorragenden Einstieg zum Bildungsthema „Heimat“ = Landschaft / Wirtschaft, Siedlungswesen / Landbewirtschaftung / Boden / Klima und Wasser / Ökologie / Gesellschaft / Migration. Und es erleichtert aufgrund der grenzüberschreitenden Anlage den Blick auf die Vielfalt von Heimaten.
Welche Funktionen hatten Streuobstlandschaften im Laufe der Zeiten inne, begründeten die Existenz dieser Landnutzungsform ? Welche Funktionen werden in 50 oder 100 Jahren die Bedürfnisgrundlage dieser Landnutzung sein ? Ernährung, Artenvielfalt, Naherholung, Klima- und Energie, Bildung  und last but not least Bedürfnisse nach funktionalen, organischen Stadt/Landübergängen, Bedarfe an naturnahem Wohn- und Gewerberaum ?
Ja, es geht um hohe, direkte Investitionen zur Verwirklichung des baden-württembergischen Anteiles am europäischen Projekt. Diese werden ein mehrfaches an nachfolgenden Investitionen in den Regionen bewirken. Unmittelbare Erträge, neue Bewertungen der Nutzen der Areale und geeignete Finanzierungsmodelle mögen die Anfangsinvestitionen mittelfristig von den Schultern der öffentlichen Hand nehmen.

Dieser Text ist in Anteilen an den Verhältnissen in Baden-Württemberg orientiert, bietet jedoch Hinweise für alle einbezogenen  Bundesländer und Staaten. Alle Rechte beim Autor. Darf unter namentlichem Autorenverweis zitiert und vervielfältigt werden. Stand 19.5.2017
Autor: Peter Scharfenberger, Kirchstr.5, D-72622 Nürtingen/Tel: 00491772521002 , @:
imkerei.scharfenbergerdontospamme@gowaway.web.de

31.05.2017 Kirchheimer Reihe: Wie Luther nach Württemberg kam oder: Wie wir evangelisch wurden

 Luther und sein Einfluss auf Württemberg

Kirchengeschichte Wie das Herzogtum Württemberg evangelisch wurde, darüber sprach Wolfgang Schöllkopf in der Kirchheimer Martinskirche. Von Iris Häfner - "Der Teckbote"

Ein Vortrag im Staccato, ein Name nach dem anderen prasselt auf die Zuhörer nieder. Es sind Pfarrer, die am Anfang der Reformationszeit in Kirchheim gelebt, gewirkt und gepredigt haben. „Reformation fordert vollen Einsatz“, sagte Dr. Wolfgang Schöllkopf gleich zu Beginn seines Vortrags „Wie Luther nach Württemberg kam - oder: Wie wir evangelisch wurden“. Und diesen vollen Einsatz forderte er auch von seinen Zuhörern ein.
Das Lutherjahr bezeichnete Schöllkopf als derzeitigen Wanderzirkus. Nach Kirchheim ist er gern gekommen, denn nicht alle Städte, in denen er über die Reformation spricht, haben eine Schöllkopfstraße vorzuweisen. Flugs ist er bei der Gottesdienst-Gestaltung angelangt. Bis heute sei es keine Lutherische Messe, sondern ein schwäbischer Kaltblüter geblieben, so wie es in den oberdeutschen Reichstädten seit jeher der Fall ist. „Eine kräftige Predigt, vier Lieder, Gebet und Segen - und kommt nächste Woche wieder. Wir in Württemberg sind eine Spezialanfertigung“, sagte er. In diesem Zusammenhang fällt der Name Zwingli. Wikipedia klärt alle Nicht-Theologen auf: Huldrych Zwingli, geboren am 1. Januar 1484, war ein Schweizer Theologe und der erste Zürcher Reformator. Aus der Zürcher und der Genfer Reformation ging die reformierte Kirche hervor.
Immer wieder verglich der Referent Martin Luther mit Johannes Brenz. Letzterer wurde 1499 geboren und durch sein Wirken als Reformator in Schwäbisch Hall bekannt. Er ist auch Namensgeber für die Brenz-Medaille, die höchste Auszeichnung, die die Württembergische Kirche zu vergeben hat. Johannes Brenz hat die Sympathie von Wolfgang Schöllkopf. „Er hat keine Hetzschriften geschrieben, weder gegen Juden, Türken oder Hexen.“ Überhaupt sei Luther erst später zur Ikone geworden und auf Denkmalsockel gesetzt worden. Schüler, Schriften, Songs lautete eine Überschrift seines Vortrags. „Die Songs waren für das Volk das Genialste. Die Menschen haben damals viel gesungen, denn das Singen hat die schwere Arbeit erleichtert“, erklärte Schöllkopf. Geniale Texte seien auf bekannte Melodien geschrieben worden und sind bis heute als Lutherlieder bekannt. Berührungsängste gab es nicht, schlüpfrige Urtexte wurden bewusst in Kauf genommen, denn die Tonfolge kannte jeder, etwa des Lumpenlieds „Und wenn der Pfarr‘ die Köchin schlägt“ - im Gesangbuch heißt es „Es ist das Heil uns kommen her“.
Am Ende des Vortrags schloss sich eine Fragerunde an, die unter anderem auch die dunklen Seiten Luthers thematisierten, etwa seine endzeitliche Weltsicht, seine Hetz- und Hass-Schriften. Das auf sein Magenleiden zu schieben, entschuldigt nach Ansicht von Schöllkopf den Reformator nicht: „Ein Theologe sollte auch einen Kopf haben.“ Moderiert wurde der Abend von Heinrich Georg Rothe, Pfarrer und Islambeauftragter der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Gleich zu Beginn des Abends begrüßte Jochen Maier, Pfarrer der Kirchheimer Martinskirche, als Hausherr die Gäste.
In Kirchheim war Martin Luther nicht, vermutlich hat er niemals einen Fuß auf württembergischen Boden gesetzt. Doch seine Botschaft wirkt weiter. Laut Wolfgang Schöllkopf wollte der Reformator seine Übersetzung der Bibel nie museal gehandhabt sehen. Die Übersetzung der Heiligen Schrift höre nie auf und er sagte auch: „Evangelisch wird man immer wieder.“ Den Anfang hat Herzog Ulrich gemacht. In seinem Herrschaftsbereich musste jeder evangelisch werden - ob er wollte oder nicht. Am 16. Mai 1534 wurde in der Stuttgarter Stiftskirche der erste öffentliche evangelische Gottesdienst gefeiert.

01.04.2017 - BAKS Kirchenbezirk Bernhausen

Das Alter hat Zukunft - Chancen und Herausforderungen mit Älteren in der Gemeinde

Eine Informationsveranstaltung für Mitwirkende in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren, Kirchengemeinderäte, Besuchsdienste und Interessierte. 14.30 Uhr - 17.00 Uhr, Evangelisches Gemeindehaus Plattenhardt, Kirchstraße - neben der Kirche

Ein Bericht und Bilder der Veranstaltung!

20.12.2016 AK Ökonomie

© Bericht aus der Eßlinger Zeitung v. 23.12.2016

Auch Menschen in Arbeit haben inzwischen große Schwierigkeiten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Der Bestand an Sozialwohnungen schrumpft dahin, ohne dass Besserung in Sicht wäre.
Wie aber können wir die Kurve kriegen? Was muss, was könnte geschehen, um dem Problem Herr zu werden?

Vier Fachkunde Experten diskutierten dieses brennende Problem und zeigten aus unterschiedlicher Sicht Lösungen auf.

Es diskutierten:
Wilfried Wallbrecht, Erster Bürgermeister der Stadt Esslingen
Michael Schleicher, ehem. Leiter des Amtes für Wohnungswesen der Stadt Köln
Stefan Beck, Geschäftsführer Haus und Grund Esslingen e.V.
Udo Casper, Landesgeschäftsführer Deutscher Mieterbund
Arbeitskreis Ökonomie Esslingen (attac Esslingen, Caritas Fils-Neckar-Alb, DGB, EBI, Evang. Bildungswerk, Evang. Kirchenbezirk Esslingen, Heimstatt, Kath. Erwachsenenbildung, Kreisdiakonie, Kulturzentrum Dieselstraße, vhs Esslingen)

23.11.2016 Globalisierungskritische Gespräche auf den Fildern

© Bericht v. Adalbert Kuhn, Eßlinger Zeitung 19.12.2016

 

Ein Veranstaltungsbericht von Adalbert Kuhn

Herrn Prof. Segbers Präsentation
 

 

 

14.11.2016 Kirchheimer Reihe "Genaration Allah" - Ahmad Mansour

© Bericht aus dem Teckboten v. 16.11.2016

- warum wir im Kampf gegen religiösen Extremismus umdenken müssen  oder  „Wovor haben wir Angst?“

Der Psychologe Ahmad Mansour lebt seit zehn Jahren in Deutschland und beschäftigt sich mit Projekten und Initiativen, die Extremismus bekämpfen und Demokratie und Toleranz fördern. Dazu führt er Schulungen mit der Polizei, Pädagogen und Sozialarbeiter durch, unter anderem über Indikatoren und mögliche Präventionsansätze gegen Radikalisierung. Die Fragestellung: „Wovor haben wir Angst?“ stand im Mittelpunkt des Abends.

zur Bildergalerie

Begegnungstag KIRCHE UND GEWERKSCHAFT 2016

Frieden oder Krieg als Mittel der Politik?

... unter diesem Titel stand die Begegnungstagung die vom 11.-12. November 2016 stattfand.

Hier die Präsentation von Paul Russmann!

Teilhabe für alle!? 08.10.2016

© R. Genth

Aus den Situationen von Menschen mit Einschränkungen, aus Tafelläden, Schulen und von einer Wohngruppe für Menschen mit Demenz berichteten Verantwortliche über ihre Erfahrungen.

Detaillierter Bericht und weitere Bilder der Veranstaltung!

PRESSEINFORMATION VOM 8. SEPTEMBER 2016

Die Frau mit dem aufrechten Gang

Das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen stellt sein Halbjahresprogramm vor 

So dick war das Halbjahresprogramm des Evangelischen Bildungswerks im Landkreis Esslingen noch nie. Auf 148 Seiten gibt es Angebote im ganzen Landkreis. Gefragte Veranstaltungen gibt es gleich an mehreren Orten. Höhepunkte sind die Bildungswerk-Reihen in Esslingen, Kirchheim und Nürtingen, bei freiem Eintritt. 

Hier geht's zum kompletten Artikel von Peter Dietrich, Freier Journalist

Rechtsterrorismus in Baden-Württemberg?

© Vorsitzender des Landtags-Untersuchungsausschusses: Wolfgang Drexler berichtete im Nürtinger Amtsgericht über den NSU. Foto: Mohn

Sie haben gemordet, geraubt, Bomben gelegt: Der Nationalsozialistische Untergrund, kurz NSU, zog eine blutige Spur durch Deutschland, auch durch Baden-Württemberg. Ein groß angelegter Untersuchungsausschuss des Landtags begab sich auf Spurensuche des rechtsextremistischen Terrors. Darüber referiert MdL Wolfgang Drexler am 13.7.2016 im Rahmen des Bezirkskirchentages im Amtsgericht Nürtingen.

Bericht von Nicole Mohn in der Nürtinger Zeitung am 15.7.2016

Flyer

Übertrumpft Satire klassischen Journalismus?

© Dietrich Krauss im Stadtbüro unserer Zeitung Foto: Holzwarth

Dr. Dietrich Krauss, Autor der „Anstalt“ im ZDF, sprach beim Bezirkskirchentag über das Verhältnis von Kabarett und Journalismus.

Flyer

Bericht von Jürgen Gerrmann in der Nürtinger Zeitung